Trockenes Brennholz bleibt nur trocken, wenn es richtig lagert. Und feuchtes Holz wird nur trocken, wenn Luft und Sonne an die Scheite kommen. Beides folgt denselben Regeln, die wir hier Schritt für Schritt durchgehen: Platz, Untergrund, Stapeln, Abdecken und die Frage, was im Keller und in der Garage erlaubt ist.
Das Ziel: Luft ran, Regen weg
Holz trocknet, indem Wasser aus dem Inneren an die Oberfläche wandert und dort von der Luft abtransportiert wird. Dafür braucht es bewegte Luft, möglichst Wärme und eine Oberfläche, die nicht ständig neu nass wird. Alles, was die Luft vom Holz fernhält, bremst die Trocknung: geschlossene Räume, dicht gepackte Stapel, Planen rundherum. Alles, was Regen aufs Holz lässt, macht die Arbeit der Sonne zunichte.
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) nennt in ihrem Merkblatt zu Scheitholz noch eine zweite Gefahr: Trocknet Laubholz zu langsam, siedeln sich holzabbauende Pilze an. Das Holz “verstockt”, wird leicht und weich und verliert stark an Energieinhalt. Richtige Lagerung ist also nicht nur eine Frage des Komforts, sondern des Heizwerts.
Der richtige Platz
Die LWF empfiehlt sonnige und windexponierte Flächen, konkret die Süd- und Westseiten von Gebäuden. Dort trocknet die Sonne die Oberfläche und der Wind trägt die Feuchte ab. Eine Nordwand im Dauerschatten ist der schlechteste Platz im Garten. Auch unter dichten Bäumen lagert Holz ungünstig: Es fällt Laub auf den Stapel, nach Regen tropft es lange nach, und die Luft steht.
Praktisch ist ein Platz, der vom Haus aus trocken erreichbar ist. Wer im Januar bei Schneeregen einmal durch den ganzen Garten muss, holt seltener Holz und heizt öfter mit dem, was gerade in der Nähe liegt. Ein Holzregal an der Südwand neben der Terrassentür oder ein kleiner Unterstand am Weg zum Hauseingang bewähren sich.
Der Untergrund
Holz darf nicht direkt auf dem Boden liegen. Erde, Rasen und auch Betonplatten geben von unten Feuchtigkeit ab, die unterste Scheitreihe saugt sich voll und fängt an zu faulen. Die LWF rät zu einem trockenen Untergrund aus Paletten oder Rundhölzern. Beides hebt den Stapel an und lässt Luft von unten durch. Auch Kanthölzer, Pflastersteine mit Lücken oder ein Kiesbett funktionieren. Wichtig ist nur: Die unterste Reihe liegt frei, und Wasser kann abfließen.
Richtig stapeln
Ein guter Stapel ist stabil, luftig und schnell wieder abgebaut. Darauf kommt es an:
- Abstand zur Wand. Lagern Sie an der Hauswand oder in einer Holzhütte, lassen Sie laut LWF mindestens 10 cm Luft zwischen Holz und Gebäudewand. Ein paar Dachlatten als Abstandhalter reichen.
- Scheite in eine Richtung. Legen Sie die Scheite nebeneinander in Reihen, mit der Längsseite nach vorn. So kann Luft an den Stirnseiten entlangstreichen, wo das Wasser am leichtesten austritt.
- Kreuzstapel an den Enden. Jede zweite Lage am Stapelende um 90 Grad gedreht gibt dem Stapel Halt, ohne dass Sie Pfosten brauchen. Die LWF nennt den Kreuzstapel und die Gitterbox als Formen, in denen Holz besonders schnell trocknet.
- Nicht zu dicht. Ein Stapel, in den keine Maus mehr passt, trocknet schlecht. Die Scheite sollen aneinander liegen, aber nicht ineinander gepresst sein.
- Rinde nach oben. In der obersten Reihe legen Sie die Scheite mit der Rinde nach oben, dann perlt Regen besser ab.
- Standsicher. Stapeln Sie nicht höher, als Sie gut erreichen, und bauen Sie breite Stapel mit leichter Neigung zur Wand. Ein umgekippter Stapel ist ärgerlich und bei Kindern gefährlich.
Wie Sie eine frische Lieferung am besten vom Haufen in den Stapel bringen, lesen Sie unter Nach der Lieferung stapeln.
Abdecken, aber nur von oben
Regen gehört nicht auf den Stapel, Luft muss aber hinein. Decken Sie deshalb nur die Oberseite ab und lassen Sie die Seiten offen. Geeignet sind ein überstehendes Dach, Wellblech, Bitumenplatten oder eine Plane, die 10 bis 20 cm über den Stapel hinausragt und gut beschwert ist. Die LWF empfiehlt, Stapel spätestens nach der sommerlichen Trocknungsperiode mit einem Regenschutz zu versehen. Frisch gespaltenes Holz darf also im Frühjahr und Sommer ruhig offen stehen, zum Herbst hin kommt das Dach drauf.
Was nicht geht: den Stapel komplett in Folie einpacken. Die LWF warnt ausdrücklich davor, Holz keinesfalls komplett in Plastikplanen zu wickeln. Unter der Folie kondensiert Wasser, das Holz kann nicht atmen und fängt an zu schimmeln. Was dann passiert, lesen Sie unter Schimmel, Pilz und Holzwurm.
Keller, Garage, Wohnung
| Lagerort | Eignung | Hinweis |
|---|---|---|
| Südwand mit Dachüberstand | sehr gut | sonnig, windig, 10 cm Wandabstand |
| Freistehender Unterstand | sehr gut | offen an den Seiten, Dach mit Überstand |
| Garage mit Belüftung | brauchbar | nur für bereits trockenes Holz |
| Trockener Keller | brauchbar | nur trockenes Holz, Lüftung sicherstellen |
| Feuchter Keller | ungeeignet | Holz verstockt, Schimmelgefahr |
| Wohnraum neben dem Ofen | nur Tagesvorrat | Sicherheitsabstand laut Ofenhersteller |
Frisches oder noch feuchtes Holz gehört laut LWF nicht in geschlossene Räume wie den Keller. Dort fehlt der Luftaustausch, das Holz trocknet nicht und verstockt. Trockenes Holz können Sie in einem trockenen, belüfteten Keller oder einer Garage aufbewahren, der Vorteil ist der kurze Weg.
Einen Tagesvorrat sollten Sie ohnehin im Haus bereithalten. Die LWF empfiehlt das ausdrücklich: Das Holz wärmt sich vor, verliert Oberflächenfeuchte und zündet besser. Halten Sie dabei den Abstand zum Ofen ein, den Ihre Bedienungsanleitung vorgibt.
Wie lange muss Holz lagern?
Das hängt davon ab, was Sie gekauft haben. Gespaltene Buche trocknet laut LWF bei richtiger Lagerung innerhalb eines Jahres auf unter 20 % Wassergehalt, der HKI rechnet mit rund zwei Jahren für selbst gemachtes Holz. Ungespaltene Rundlinge brauchen bis zu zwei Jahre und länger. Verlassen Sie sich am Ende nicht auf den Kalender, sondern auf das Messgerät; wie Sie messen, steht unter Restfeuchte prüfen.
Containergetrocknetes Holz muss nicht mehr trocknen, nur trocken bleiben. Die Buche von Alber Brennholz kommt mit einer Restfeuchte unter 20 % an, Sie stapeln sie direkt unter Dach und können sofort heizen. Weil wir mit dem Teleskoplader auch über Zaun und Mauer liefern, landet das Holz dabei oft direkt neben dem Lagerplatz statt in der Einfahrt.
Kurz zusammengefasst
- Bester Platz: sonnig und windig, Süd- oder Westseite, nicht im Dauerschatten.
- Untergrund aus Paletten oder Rundhölzern, mindestens 10 cm Abstand zur Wand.
- Nur die Oberseite abdecken, nie den Stapel komplett in Folie wickeln.
- Frisches Holz nie in Keller oder geschlossene Räume, trockenes Holz nur in trockene, belüftete.
- Gespaltene Buche braucht etwa ein bis zwei Jahre, containergetrocknete ist sofort ofenfertig und muss nur trocken bleiben.
