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Ratgeber · Holzwissen

Restfeuchte unter 20 Prozent: so prüfen Sie Brennholz selbst

Holzfeuchte oder Wassergehalt, Messgerät oder Klangprobe: So stellen Sie in wenigen Minuten fest, ob Ihr Brennholz wirklich ofenfertig ist.

Veröffentlicht am 13. Oktober 2026. Lesezeit etwa 6 Minuten. Von Lukas Alber, Alber Brennholz.

Ob Brennholz trocken ist, entscheidet über drei Dinge: wie viel Wärme Sie aus jedem Scheit bekommen, wie sauber der Ofen brennt und ob Sie beim Besuch des Schornsteinfegers auf der sicheren Seite sind. Die gute Nachricht: Sie können die Restfeuchte mit wenig Aufwand selbst prüfen. Hier steht, wie das geht und was die Zahlen bedeuten.

Warum 20 Prozent die Grenze ist

Frisch geschlagenes Holz besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) nennt für frisches Holz einen Wassergehalt von 50 % und mehr, der HKI, der Industrieverband der Ofenhersteller, spricht von etwa 40 %. Dieses Wasser muss im Ofen erst verdampfen, bevor das Holz Wärme an den Raum abgibt. Die Folge sieht man in der Heizwerttabelle der LWF für Buche:

WassergehaltHeizwert Buche je kgEinordnung
15 %etwa 4,15 kWhsehr gut, lufttrocken
20 %etwa 3,86 kWhofenfertig, Obergrenze
30 %etwa 3,30 kWhzu nass, nachtrocknen
50 %etwa 2,16 kWhfrisch geschlagen

Zwischen trockenem und frischem Holz liegt also fast der Faktor zwei. Dazu kommt: Nasses Holz verbrennt bei niedrigerer Temperatur und damit unvollständig. Die LWF warnt vor höheren Emissionen und aggressiven Ablagerungen in Ofen und Kamin, der HKI vor Schäden an Kamin und Schornstein. Das Technologie- und Förderzentrum Straubing (TFZ) empfiehlt für Kaminöfen eine Restfeuchte von 15 bis 18 %: hoher Heizwert, emissionsarme Verbrennung.

Rechtlich verbindlich ist die 1. BImSchV. Nach § 3 Absatz 3 darf Scheitholz nur verfeuert werden, wenn der Feuchtegehalt unter 25 % liegt, bezogen auf das Trocken- oder Darrgewicht. Bei Kaminöfen prüft der Schornsteinfeger die Einhaltung dieser Vorgabe im Rahmen der Feuerstättenschau. Was er dabei genau macht, lesen Sie unter Schornsteinfeger und Holzfeuchte.

Holzfeuchte oder Wassergehalt?

Die beiden Zahlen 25 % und 20 % meinen dasselbe Holz, nur anders gerechnet. Das verwirrt viele, ist aber schnell erklärt:

  • Holzfeuchte setzt die Wassermenge ins Verhältnis zur Trockenmasse des Holzes. Ein Scheit mit 1 kg Trockenmasse und 250 g Wasser hat 25 % Holzfeuchte.
  • Wassergehalt setzt die Wassermenge ins Verhältnis zum Gesamtgewicht. Dasselbe Scheit wiegt 1,25 kg, davon sind 250 g Wasser, also 20 % Wassergehalt.

Die 1. BImSchV rechnet mit der Holzfeuchte (unter 25 %), die LWF und viele Ratgeber mit dem Wassergehalt (maximal 20 %). Beides beschreibt dieselbe Grenze. Welche Größe Ihr Messgerät anzeigt, steht in dessen Anleitung; die meisten einfachen Geräte für Brennholz zeigen die Holzfeuchte an. Liegt der angezeigte Wert unter 20, sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite.

Messen mit dem Holzfeuchtemessgerät

Ein Holzfeuchtemessgerät mit zwei Metallelektroden misst den elektrischen Widerstand im Holz, der mit dem Wassergehalt sinkt. Solche Geräte gibt es laut TFZ kostengünstig im Handel. Damit das Ergebnis stimmt, kommt es auf die Messung an:

  1. Scheite aus der Mitte nehmen. Die äußeren Scheite eines Stapels sind oft trockener als die inneren. Nehmen Sie drei bis fünf Stücke aus verschiedenen Stellen.
  2. Frisch spalten. Die Oberfläche eines Scheits trocknet als Erstes, der Kern zuletzt. Eine Messung auf der alten Außenfläche zeigt deshalb zu niedrige Werte. Spalten Sie jedes Prüfscheit auf und messen Sie auf der frischen Spaltfläche.
  3. Elektroden eindrücken. Setzen Sie die Spitzen mittig auf der Spaltfläche an, nicht am Rand und nicht in der Rinde, und drücken Sie sie einige Millimeter tief ins Holz.
  4. Mehrfach messen. Zwei bis drei Messpunkte pro Scheit, dann den Mittelwert über alle Scheite bilden. Ein einzelner Ausreißer sagt wenig.
  5. Holzart einstellen. Bessere Geräte lassen sich auf Laub- oder Nadelholz einstellen; ohne diese Korrektur weicht der Wert etwas ab.
  6. Nicht gefroren messen. Gefrorenes Holz liefert verfälschte Werte. Lassen Sie die Prüfscheite vorher einen Tag im Haus liegen.

Liegt der Mittelwert unter 20 %, ist das Holz ofenfertig. Zwischen 20 und 25 % ist es grenzwertig und sollte noch ein paar Sommermonate luftig lagern. Darüber gehört es nicht in den Ofen.

Ohne Gerät: fünf Anzeichen für trockenes Holz

Wer kein Messgerät hat, kann sich mit Erfahrungswerten behelfen. Sie ersetzen keine Messung, geben aber eine Richtung:

  • Klang. Schlagen Sie zwei Scheite gegeneinander. Trockenes Holz klingt hell und klackend, nasses Holz dumpf.
  • Risse. An den Stirnseiten trockener Scheite zeigen sich feine, strahlenförmige Trockenrisse. Frisches Holz hat glatte, oft noch feuchte Schnittflächen.
  • Rinde. Bei gut getrocknetem Holz löst sich die Rinde leicht oder ist bereits abgefallen. An frischem Holz sitzt sie fest.
  • Gewicht. Trockene Buche fühlt sich für ihre Größe überraschend leicht an. Ein Scheit mit 50 % Wassergehalt wiegt fast doppelt so viel wie dasselbe Scheit trocken.
  • Verhalten im Feuer. Zischt das Holz, tritt an den Stirnseiten Schaum oder Wasser aus, beschlägt die Scheibe schwarz oder steigt dunkler Rauch aus dem Schornstein, ist das Holz zu nass.

Der verbreitete Spülmitteltest, bei dem man eine Stirnseite mit Spülmittel bestreicht und von der anderen Seite hineinbläst, bis Blasen entstehen, ist eher Spielerei. Er zeigt bestenfalls, ob die Leitungsbahnen frei sind, nicht wie viel Wasser im Holz steckt.

Was tun, wenn das Holz zu nass ist?

Zu nasses Holz muss nachtrocknen. Stapeln Sie es luftig, sonnig und nur von oben abgedeckt, mit mindestens 10 cm Abstand zur Hauswand. Gespaltene Buche trocknet laut LWF bei richtiger Lagerung innerhalb eines Jahres auf unter 20 % Wassergehalt. Die Details stehen im Artikel Brennholz richtig lagern. Messen Sie vor der nächsten Saison nach, statt sich auf die Lagerdauer zu verlassen.

Was Sie nicht tun sollten: nasses Holz mit viel Luft “durchjagen” oder mit trockenem mischen. Der Ofen bleibt zu kalt, Ruß und Glanzruß setzen sich im Schornstein ab, und das Holz liefert trotzdem weniger Wärme.

Beim Kauf auf den gemessenen Wert achten

Fragen Sie beim Händler nach dem gemessenen Wert, nicht nach einer Einschätzung. “Trocken” ohne Zahl sagt wenig, und “zwei Jahre gelagert” sagt nur etwas über die Zeit, nicht über das Ergebnis. Containergetrocknetes Holz wird nach der Trocknung gemessen und liegt verlässlich unter der Grenze; worin sich die Verfahren unterscheiden, erklärt der Artikel Containertrocknung oder Lufttrocknung. Bei Alber Brennholz liefern wir die ofenfertige Buche containergetrocknet mit einer Restfeuchte unter 20 %, und Sie dürfen bei der Lieferung gern selbst nachmessen.

Kurz zusammengefasst

  • Die Grenze liegt bei 20 % Wassergehalt, das entspricht 25 % Holzfeuchte nach 1. BImSchV. Ideal sind 15 bis 18 %.
  • Buche mit 50 % Wassergehalt liefert nur etwa halb so viel Wärme wie Buche mit 15 %.
  • Messen Sie auf der frisch gespaltenen Fläche mehrerer Scheite aus der Stapelmitte und bilden Sie den Mittelwert.
  • Heller Klang, Trockenrisse und lose Rinde deuten auf trockenes Holz, Zischen und schwarze Scheibe auf nasses.
  • Beim Kauf nach dem gemessenen Wert fragen und bei der Lieferung nachmessen.

Häufige Fragen dazu

01 Was ist der Unterschied zwischen Holzfeuchte und Wassergehalt?

Die Holzfeuchte setzt das Wasser ins Verhältnis zur Trockenmasse des Holzes, der Wassergehalt ins Verhältnis zur Gesamtmasse. 25 % Holzfeuchte entsprechen 20 % Wassergehalt. Die 1. BImSchV nennt 25 % Holzfeuchte als Grenze, viele Ratgeber sprechen von 20 % und meinen den Wassergehalt.

02 Wo setze ich das Holzfeuchtemessgerät an?

Spalten Sie ein Scheit aus der Mitte des Stapels frisch auf und drücken Sie die Elektroden in die frische Spaltfläche, nicht in die Rinde oder die alte Oberfläche. Messen Sie an mehreren Stellen und mehreren Scheiten und bilden Sie den Mittelwert.

03 Darf ich Holz mit 25 % Restfeuchte verbrennen?

Die 1. BImSchV verlangt eine Holzfeuchte unter 25 %, bezogen auf das Trockengewicht. Holz mit 25 % Wassergehalt liegt darüber und gehört noch ein paar Monate luftig unter Dach. Sauber und mit gutem Heizwert brennt Holz nach Angaben des TFZ bei 15 bis 18 % Restfeuchte.

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