Die ehrliche Antwort auf diese Frage lautet: Es kommt darauf an. Ein Kaminofen, der an kalten Abenden das Wohnzimmer wärmt, braucht in einer Saison zwei bis fünf Schüttraummeter. Ein Ofen, der eine Wohnung den ganzen Winter über allein beheizt, kann das Doppelte und mehr verbrauchen. Damit Sie nicht raten müssen, zeigen wir Ihnen zwei Rechenwege und eine Tabelle mit typischen Fällen.
Wovon der Bedarf abhängt
Vier Faktoren bestimmen, wie viel Holz Sie durch den Ofen schicken:
Heizdauer. Entscheidend ist die Zahl der Stunden, in denen der Ofen tatsächlich brennt. Wer nur an Winterabenden drei bis vier Stunden einheizt, kommt auf 300 bis 500 Betriebsstunden pro Saison. Wer von Oktober bis April ganztags heizt, liegt schnell bei 1.500 Stunden und mehr.
Ofenleistung. Viele Kaminöfen haben eine Nennwärmeleistung zwischen 5 und 8 kW. Je mehr Leistung der Ofen abgibt, desto mehr Holz braucht er pro Stunde. Im Teillastbetrieb mit gedrosselter Luft sinkt der Verbrauch, allerdings steigen bei zu starker Drosselung die Emissionen.
Gebäude. In einem gut gedämmten Haus ist der Raum nach einer Stunde warm und Sie lassen das Feuer herunterbrennen. In einem unsanierten Altbau mit hohen Decken läuft der Ofen länger und auf höherer Leistung.
Holzart und Restfeuchte. Trockene Buche mit 20 % Wassergehalt liefert laut Merkblatt der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) etwa 3,9 kWh je Kilogramm. Bei 30 % Wassergehalt sind es nur noch 3,3 kWh, bei frischem Holz mit 50 % rund 2,2 kWh. Nasses Holz verdoppelt also fast den Verbrauch, von den Ablagerungen im Kamin ganz abgesehen. Nadelholz hat zwar je Kilogramm einen etwas höheren Heizwert, ist aber leichter: Ein Raummeter Fichte enthält rund 30 % weniger Energie als ein Raummeter Buche.
Rechenweg 1: über die Ofenleistung
Dieser Weg eignet sich, wenn Sie wissen, wie viele Stunden Sie heizen.
Zunächst der Verbrauch pro Stunde. Ein Kaminofen mit 6 kW Nennwärmeleistung und einem Wirkungsgrad von etwa 80 % muss pro Stunde rund 7,5 kWh aus dem Holz holen. Bei 3,9 kWh je Kilogramm sind das knapp 2 kg Buche pro Stunde. Herstellerangaben bestätigen diese Größenordnung: Bedienungsanleitungen nennen für Öfen dieser Klasse Auflagemengen von etwa 1,4 bis 1,7 kg, die rund 45 bis 60 Minuten reichen. Die 1. BImSchV schreibt für Kaminöfen einen Mindestwirkungsgrad von 73 % vor, neuere Geräte liegen laut Herstellerangaben häufig um 80 %.
Rechnen Sie dann weiter: Stunden pro Tag × Heiztage × Kilogramm pro Stunde ergibt den Holzbedarf in Kilogramm. Ein Schüttraummeter ofenfertige Buche wiegt bei 20 % Wassergehalt etwa 330 bis 350 kg. Wie dieses Gewicht zustande kommt, erklärt der Artikel Schüttraummeter, Raummeter, Festmeter.
| Nutzung | Heiztage | Stunden pro Tag | Holz pro Saison | SRM Buche |
|---|---|---|---|---|
| Gelegentlich, vor allem am Wochenende | 40 | 4 | etwa 270 kg | etwa 1 |
| Zusatzheizung an Winterabenden | 100 | 4 | etwa 680 kg | etwa 2 |
| Zusatzheizung von Herbst bis Frühjahr | 150 | 6 | etwa 1.500 kg | etwa 4 bis 5 |
| Hauptheizung für eine kleinere Wohnung | 180 | 10 | etwa 3.000 kg | etwa 9 |
Gerechnet mit 1,7 kg pro Stunde, also einem 6-kW-Ofen nahe der Nennleistung. Läuft Ihr Ofen überwiegend gedrosselt, liegen Sie darunter; bei einem 8-kW-Ofen auf Volllast darüber.
Rechenweg 2: über den Wärmebedarf des Hauses
Dieser Weg eignet sich, wenn Sie Ihren Energieverbrauch kennen, etwa aus der Öl- oder Gasabrechnung oder dem Energieausweis.
Ein Beispiel: Ein Haus mit 120 m² Wohnfläche und einem Heizwärmebedarf von etwa 120 kWh je Quadratmeter und Jahr braucht rund 14.400 kWh Wärme. Soll der Kaminofen davon ein Viertel übernehmen, sind das 3.600 kWh. Geteilt durch den Wirkungsgrad von 0,8 müssen etwa 4.500 kWh im Holz stecken. Ein Schüttraummeter Buche liefert rund 1.300 kWh, also brauchen Sie etwa 3,5 SRM. Würde der Ofen das ganze Haus heizen, wären es etwa 14 SRM.
Als Daumenregel aus der Ölabrechnung: 1.000 Liter Heizöl enthalten rund 10.000 kWh, das entspricht vom Energieinhalt her grob 8 SRM Buche. Die unterschiedlichen Wirkungsgrade von Ölkessel und Kaminofen sind dabei nicht berücksichtigt.
Zur Einordnung des Wärmebedarfs: Ein unsanierter Altbau liegt oft bei 150 kWh je Quadratmeter und mehr, ein Neubau nach heutigem Standard deutlich unter 50 kWh. Der Wert steht im Energieausweis Ihres Hauses.
Besser etwas Reserve als zu knapp
Beide Rechenwege liefern eine Größenordnung, keine exakte Zahl. Ein strenger Winter mit zwei Wochen Dauerfrost, ein neuer Ofen mit anderer Leistung oder einfach mehr Abende zu Hause verschieben den Bedarf schnell um einen Schüttraummeter. Planen Sie deshalb eine Reserve ein. Trockenes Buchenholz hält sich unter Dach problemlos bis zur nächsten Saison, es verliert nach Angaben der LWF nur allmählich durch natürliche Abbauprozesse an Brennwert. Wie Sie das Holz lagern, damit es trocken bleibt, steht unter Brennholz richtig lagern.
Der beste Rechenweg ist allerdings Ihr eigener Verbrauch. Zählen Sie in der ersten Saison, wie viele Körbe oder Scheite Sie an einem typischen Abend verbrennen, und notieren Sie, wann ein Stapel aufgebraucht ist. Nach einem Winter wissen Sie genauer als jede Tabelle, was Sie brauchen.
Was das für die Bestellung bedeutet
Für die meisten Kaminofenbesitzer, die den Ofen als Zusatzheizung nutzen, sind 4 bis 6 Schüttraummeter eine gute Menge für eine Saison mit Reserve. Bei Alber Brennholz liefern wir ab 6 SRM im Umkreis von 20 km um Leinfelden-Echterdingen kostenlos; welche Orte dazugehören, zeigt das Liefergebiet. Planen Sie den Platz dafür ein: 6 SRM ergeben gestapelt rund 4 m³, zum Beispiel einen 4 m langen und 1,5 m hohen Stapel aus zwei Reihen 33-cm-Scheiten.
Wer den Ofen als Hauptheizung betreibt, sollte in Etappen bestellen oder den Lagerplatz entsprechend groß wählen. Und wer sich unsicher ist, ob das Holz reicht, kann im Winter nachbestellen; der Liefertermin wird dann persönlich mit Ihnen abgestimmt.
Kurz zusammengefasst
- Ein 6-kW-Kaminofen verbrennt bei voller Leistung etwa 1,5 bis 2 kg trockene Buche pro Stunde.
- Zusatzheizung an Winterabenden: etwa 2 bis 5 SRM pro Saison. Hauptheizung: 9 SRM und mehr.
- Rechenweg: Stunden × Heiztage × kg pro Stunde, geteilt durch rund 340 kg je SRM.
- Alternativ über den Wärmebedarf: 1 SRM Buche liefert rund 1.300 kWh, 1.000 l Heizöl entsprechen grob 8 SRM.
- Reserve einplanen, trocken lagern und den eigenen Verbrauch in der ersten Saison mitzählen.
